Trennen oder bleiben? Wie du aus dem Hin und Her herauskommst
- Malin

- 29. Juni
- 4 Min. Lesezeit

Du drehst dich seit Wochen oder Monaten im Kreis. An manchen Tagen bist du sicher, dass es vorbei ist, und am nächsten Morgen denkst du, dass ihr es doch noch schaffen könntet. Du schreibst Pro- und Contra-Listen, die nichts entscheiden, du fragst Freunde, Freundinnen und Eltern und jede Antwort fühlt sich nur kurz richtig an. Dieses Hin und Her ist zermürbend, und es ist oft schlimmer auszuhalten als eine klare Entscheidung in die eine oder andere Richtung.
Ich arbeite seit vielen Jahren mit Menschen, die an genau diesem Punkt stehen. Was ich dir hier mitgebe, ist keine Methode, die dir die Entscheidung abnimmt, denn das kann und soll niemand. Aber ich kann dir zeigen, warum du feststeckst und woran du erkennst, was wirklich los ist.
Warum kann ich mich nicht entscheiden, ob ich mich trennen oder bleiben soll?
Die meisten Menschen glauben, sie kämen nicht weiter, weil sie zu wenig nachgedacht haben. Aber: Die Entscheidung über eine Beziehung lässt sich nicht im Kopf ausrechnen, weil beide Seiten der Liste echte Wahrheiten enthalten. Ja, ihr habt eine gemeinsame Geschichte. Und ja, du fühlst dich oft allein. Beides stimmt gleichzeitig, und keine Liste löst diesen Widerspruch auf, weil er kein Rechenfehler ist.
Der zweite Grund ist die Angst vor der Endgültigkeit. Solange du nicht entscheidest, bleiben beide Türen offen. Das fühlt sich sicherer an, ist aber ein Trugschluss, denn das Offenhalten kostet dich mehr Kraft als jede der beiden Entscheidungen es täte. Im Schwebezustand lebst du in beiden Möglichkeiten zugleich und in keiner richtig.
Die falsche Frage, die dich festhält
Du fragst dich "Liebe ich ihn noch?" oder "Liebe ich sie noch?" Das ist verständlich, aber es ist selten die Frage, die weiterhilft. Gefühle der Zuneigung können lange bestehen bleiben, auch in Beziehungen, die schon längst nicht mehr guttun. Liebe allein ist kein verlässlicher Maßstab dafür, ob ihr zusammenbleiben solltet.
Hilfreicher ist eine andere Frage: Kann ich in dieser Beziehung der Mensch sein, der ich sein will? Und kann ich das mit diesem Menschen, so wie er heute ist, nicht so, wie ich ihn mir in zwei Jahren erhoffe? Das verschiebt den Blick vom Gefühl auf etwas Greifbareres, nämlich auf dein tatsächliches Leben in dieser Verbindung. Eine wichtige Fähigkeit ist dabei, die Andersartigkeit des anderen stehenzulassen, statt sie als Problem zu behandeln, das gelöst werden muss.
Eine Unterscheidung hilft an dieser Stelle weiter: es gibt Beziehungen, in denen die Schwierigkeiten zwar groß, aber bearbeitbar sind, weil beide noch wollen und beide bereit sind, sich zu bewegen. Und es gibt Beziehungen, in denen man innerlich längst gegangen ist oder in denen sich über Jahre etwas verfestigt hat, das sich nicht mehr auflöst.
Ein paar Anhaltspunkte, an denen du dich prüfen kannst: Geht es bei euren Konflikten noch um konkrete Themen, oder geht es längst um Grundsätzliches, um Verachtung, um das Gefühl, einander fremd geworden zu sein? Manchmal leiden Paare auch deshalb aneinander, weil sie zwei verschiedene Systeme verwechseln, die Liebesbeziehung und die Partnerschaft, die unterschiedlichen Regeln folgen. Wünschst du dir, dass dein Partner sich ändert, oder wünschst du dir im Grunde einen anderen Menschen? Stell dir vor, alles bliebe genau so wie heute, fünf Jahre lang. Erleichtert dich dieser Gedanke an irgendeiner Stelle, oder macht er dir nur Angst?
Diese Fragen geben dir keine Ja-Nein-Antwort, aber sie führen dich von der Oberfläche des Hin und Her zu dem, was darunter wirklich los ist.
Warum du im Affekt nichts entscheiden solltest
Nach einem heftigen Streit fühlt sich Trennung oft zwingend an. Nach einem ruhigen Tag fühlt sich Bleiben zwingend an. Beides sind Momentaufnahmen, und keine davon taugt als Grundlage für eine Entscheidung, die dein Leben verändert. Eine tragfähige Entscheidung trifft man nicht im Hoch und nicht im Tief, sondern in einem ruhigen Zustand, in dem du beide Möglichkeiten aushalten kannst, ohne sofort handeln zu müssen.
Wenn du merkst, dass du gerade aus Wut oder aus Angst entscheiden willst, ist das das Signal, noch nichts zu tun. Die Entscheidung läuft dir nicht weg. Was dir wegläuft, ist nur der Druck des Moments, und das ist gut so.
Wie meine Begleitung konkret aussieht
Wenn du an diesem Punkt nicht alleine weiterkommst, ist genau das der Moment, in dem eine Begleitung von außen den Unterschied macht. In meiner Arbeit geht es dabei nicht darum, dass ich dir sage, was du tun sollst. Es geht darum, die Schichten auseinanderzusortieren, in denen du dich verheddert hast: was Gefühl ist und was Angst, was an der Beziehung liegt und was an unerledigten Themen, die du schon lange mit dir trägst, was sich verändern ließe und was feststeht. Wie ich dabei arbeite, kannst du auf meiner Seite zum Einzelcoaching nachlesen.
Manchmal führt diese Arbeit zu der Klarheit, dass es sich lohnt zu bleiben und gemeinsam etwas zu verändern, manchmal führt sie zu der Erkenntnis, dass es Zeit ist sich zu trennen. Beides ist ein gutes Ergebnis, das dich aus dem Dazwischen herausholt.
Wenn du das Gefühl hast, dass dich das unterstützen könnte, findest du hier meine Termine.


